Corona und die Mode
Corona brachte nicht nur die Welt durcheinander sondern auch die Sichtweise auf Mode. Wieso ist das so? Ganz einfach, die Mode ist ein Abbild des individuellen Lifestyles und den Werten, denen man eben folgt. Aber sie hat auch sehr schnöde mit Gründen zu tun, die einen gang banalen Grund haben: man muss sich darin wohl fühlen.
Wer meint, dass das Aussehen von Bekleidung durch hochgradig vergeistigt umherphilosphierenden Visonären und -innen ganze Menschenmassen erfasst und automatisch zu einem Modetsunami wird, der irrt. Denn den Einfluss von Pandemien bringen schier unberechenbare Konsumentenreaktionen hervor. Ich kann sowas nur feiern! Eine schöne Zeit für jeden überhitzen Vollblutdesigner, sich in sein Yoga-Outfit aus naturfreundlichem Bamboo-Jersey zu werfen und endlich mal inne zu halten, das Außen passieren lassen und die Dinge nicht steuern zu wollen.
Und was kommt dann nach der Zäsur heraus? Alltag. Loogische Schlüsse der veränderten Welt führen am Ende zu dem, was die Trägerschaft erfreut, nein, dem was sie braucht . Und das sind Outfits, die nur visuell auf einem Display vorgaukeln, einem formellen Schublädchen entsprungen zu sein. Das klassische Oberhemd ist dann eben aus bequemen Single Jersey, Piqué oder Interlock. Und Hosen, unerheblich. Denn sie sind nahezu unsichtbar und haben vorrangig sofatauglich zu sein.
Man könnte auch sagen, back to the roots. Die wesentlichen Must-Haves entstehen nicht durch den Kuss einer Muse sondern dadurch, einfach mal richtig hinzugucken auf das, was Menschen wirklich bewegt.
Für mich war es eine heilsame Erfahrung, Corona entschleunigte nicht nur sondern es kitzelte auch wirklich Gutes an Ideen aus mir als Designerin heraus.
