Wo ist meine Barbie?
Nach Barbie kam Botox....und nun auch noch die KI!
Als ich in meinen Job einstieg gab es noch Spiralkabel an den Telefonen und die Barbie war gerade auf den Dachboden verbannt worden. Alice Schwarzer statt Doris Day. Barbie ohne Ken, das wurde auf einmal hoffähig.
Kaum galoppierten die Babyboomer auf die eng besetzten Wege die erfolgsversprechend aussahen, da prasselten gleichzeitig die Vorboten der Digitalisierung auf uns nieder. Handies und Computer, Onlinebanking….und alles war so schön bunt. Welt wir kommen. Pustekuchen.
Denn schon startete der nächste Galopp. Die Jagd nach dem schönsten Antlitz, Cup C Brust, Permanent Make Up, aufgeblasene LIppen und Botox. Hauptsache Standards erfüllen. Hauptsache ein schönes Duckface Selfie mit Ringblitz in die Welt blasen.
Freunde des guten Geschmacks: ich freue mich, dass endlich die KI mich aus diesem schrecklichen Film erlöst hat. Denn endlich übernimmt eine fremde Macht alles lästige, alles individuelle, endlich sind wir alle gleich. Oder anders betrachtet: Endlich haben Menschen wirklich mal wieder einen Grund, sich damit abzufinden, dass es noch perfekteres gibt als den selbst veordneten Jugendwahn. Die KI ist der Spiegel, den wir Menschen eben brauchen.
Ich setze mich darüber hinweg, habe noch nie Bock auf Fotofilter, Botox oder Hyaluronfiller gehabt. Ich kralle mir die KI und mache sie mir Untertan. Denn nur wer wirklich große ideen hat und schreiben kann der kann prompten. Und wer schöne Ideen promptet, dem dient die KI.
Allen, die sich ängstlich und stammtischparolendreschend in die „Ich finde KI kacke“-Ecke verziehen und heimlich auf den Dachboden schleichen, um sich ihre verstaubte Barbie nochmal zurückwünschen, denen rufe ich fröhlich zu:
KI generiert – Mensch goutiert!
Wir müssen endlich wieder denken statt zu heulen. Nur so erlangen wir Vorsprung.
